Apportieren

"Suchen und Apportieren trainiert eigentlich alles, was man in der Hundeerziehung braucht."

Apportieren 2018-10-25T10:17:49+00:00

Suchen und Apportieren

Hund Louis Apportiert

"Suchen und Apportieren sind Beschäftigungsformen, die es uns ermöglichen, Spiel und Spaß mit unseren Vierbeinern zu haben und dabei ihre Ausgeglichenheit und Kommunikationsfähigkeit zu fördern. Sie helfen uns, den Hund in allen Bereichen des Zusammenlebens kontrollierbarer zu machen, ihn sinnvoll (hundegerecht) auszulasten und im Bereich seiner Talente zufriedenzustellen.

Im Rahmen von Gruppenübungen kann man konkurrierendes Verhalten unter Hunden mindern. Durch spezielle Aufgabenstellungen können Hunde lernen, sich selbst zu zügeln und Reize, die ihre Instinkte ansprechen, gezielt zu ignorieren. Dies eröffnet Hunden die Möglichkeit für Ersatzhandlungen, bei denen der Mensch in den Fokus rückt." (Anton Fichtlmeier)

Suchen und Apportieren stellt eine hervorragende Form der Auslastung unsrer Hunde dar. Wenn man sich intensiver mit dem Thema beschäfftigt, stellt man schnell fest, dass ein Hund der zum Suchen und Apportieren ausgebildet wurde nicht nur freudig und mit Spaß an einer Aufgabe arbeitet, sondern auch ein perfekter Begleiter für den Alltag ist. Das wird deutlich, wenn man sich im Detail anschaut, was ein Hund leisten muss, um diese Aufgaben zu bewältigen. 

12 Dinge, die dein Hund beim Suchen und Apportieren lernt:

1. Ruhe

Stelle Dir vor der Hund hätte sich bei einem Jäger unruhig, aufgeregt oder winselnd verhalten. Das würde nicht funktionieren, denn er würde viel zu sehr auf sich aufmerksam machen. So bliebe wahrscheinlich das Abendessen aus.

2. Konzentration

Der Hund lernt, sich zu konzentrieren. Im Dummytraining muss sich der Hund bspw. darauf konzentrieren, wo ein Dummy fällt (auch Markieren genannt), damit er weiß, wo er anschließend suchen muss.

3. Alternativverhalten zum Jagen

Den Hund während der Spaziergänge kognitiv zu beschäftigen und ihm eine Aufgabe zu geben, bei welcher er seinen Instinkten folgen kann, stellt ein gutes Alternativverhalten zum unerwünschten Jagtverhalten dar (Dies ersetzt jedoch kein vernünftiges Anti-Jagt-Training).

4. Kontakthalten zum Menschen

Durch eine gemeinsame Aufgabe bei Spaziergängen mit seinem Menschen lernt der Hund, Kontakt zu diesem zu halten. Die Spaziergänge werden "echte" gemeinsame Spaziergänge.

5. Bleiben

Der Hund lernt zuverlässig an dem Ort zu warten, an dem er es soll und wartet vertrauensvoll auf das Zurückkommen seines Menschen.

6. Impulskontrolle

Um bei Bewegungsreizen (z.B. fliegender Dummy) ruhig zu bleiben und zu warten, und diesen nicht nachzugehen, muss der Hund seine Impulse kontrollieren und lernen sich zurückzuhalten.

7. Freiwillige Abgabe von Gegenständen

Hat der Hund das Prinzip des "Tauschens" erst einmal richtig verstanden, so wird er beliebige Gegenstände liebend gerne mit seinem Menschen tauschen.

8. Umgang mit Artgenossen

Der Hund lernt in der Gruppe nicht nur mit anderen Hunden zu spielen oder mit ihnen zu konkurrieren, sondern auch zusammen mit ihnen zu arbeiten und geduldig zu warten.

9. Frustrationstoleranz

Ruhig an einer Stelle zu warten, während andere arbeiten, ist für die meisten Hunde zunächst frustrierend. Zu lernen diese Frustration auszuhalten, ist für mich eine wichtige, grundlegende Lernerfahrung in der Hundeausbildung.

10. Zusammenarbeit mit seinem Menschen

Gemeinsam eine Aufgabe zu bewältigen macht nicht nur Spaß, sondern verbessert auch die Beziehung und stärkt die Bindung zwischen Mensch und Hund.

11. Nutzen seiner Instinkte

Hunde sind Makrosmatiker, d.h. sie orientieren sich schwerpunktmäßig mit dem Geruchssinn. Apportiertraining ist auch "Nasenarbeit". Der Hund lernt bei der Suche seinen Instinkten kontrolliert zu folgen und seinen überragenden Geruchssinn zielgerichtet einzusetzen

12. Geruchsstoffe zu unterscheiden

Während der Arbeit auf der Dummyschleppe lernt der Hund Geruchsstoffe voneinander zu unterscheiden. Auch hierbei festigt sich die Konzentration auf eine Aufgabe und die Fähigkeit, sich nicht ablenken zu lassen.