Welpen an die Leine gewöhnen - so klappt es garantiert

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Das an der Leine laufen trainieren

Seinen Welpen an die Leine zu gewöhnen stellt viele Leute vor eine große Herausforderung. Oftmals werde ich gefragt, wann man damit anfangen sollte und welche Methode sich dafür am besten eignet. Wie Du diese Aufgabe als Hundebesitzer erfolgreich meisterst und vor allem eine sichere Methode anwendest, die Deinem Hund und Dir im Training Spaß macht, erkläre ich dir in diesem Beitrag und zugehörigen Video.

Ganz viel Spaß beim reinschauen, dein Hundetrainer Daniel.

Lerne wie du eine positive Verknüpfung zur Leine herstellst.

Eine gute Leinenführigkeit ist die perfekte Grundlage für erholsame Spaziergänge und für eine vertrauensvolle und glückliche Beziehung zu deinem Hund.

Leinenführigkeit: 3 einfache Tipps wie es dein Hund schneller lernt

In diesem Text geht es um die sogenannte Leinenführigkeit: Ich erkläre dir, worum es sich dabei handelt und wie du dafür sorgen kannst, dass die gemeinsamen Spaziergänge dir und deinem vierbeinigen Freund noch mehr Spaß machen.

Was bedeutet "Leinenführigkeit"?

Zunächst einmal solltest du dir die Frage stellen, wie du für dich persönlich Leinenführigkeit definierst. Für viele Hundebesitzer bedeutet es einfach, dass der Hund beim Spaziergang nicht an der Leine ziehen soll, sondern sie entspannt durchhängt. Das alleine ist aber noch kein Zeichen für gute Leinenführigkeit: Wenn der Hund vorausläuft und die Leine durchhängt, ist es sicherlich nicht der Hund, der sich an seinem Spazierpartner orientiert – wie soll er auch, er kann ja gar nicht wissen, wann die Leine zu Ende ist und schaut auch nicht nach hinten, um es zu überprüfen. Hier zeigt sich auch, warum sogenannte Flexi-Leinen ziemlich ungeeignet sind: der Hund weiß bei ihnen nie, wann die Leine zu Ende ist; er hat mal einen Meter, mal fünf Meter zur Verfügung, innerhalb derer er sich frei bewegen kann. So fällt es ihm schwer, sich zu orientieren und Leinenführigkeit zu lernen.

Ein Hinweis vorab:
Achte beim Üben unbedingt auf die Persönlichkeit deines Hundes! Du solltest beim Training hinsichtlich deiner Tonlage und Körpersprache unbedingt sensibel bleiben und sie an deinen Hund anpassen. Jeder Hund tickt anders, und manche brauchen eher deutliche und starke Signale, während ein sensibler Hund Körpersprache in dieser Intensität und Schnelligkeit nicht gut verträgt und als Resultat gehemmt oder gar verängstigt hinter seinem Menschen zurückbleibt und sich gar nichts mehr traut. Stimme das Training also immer auf deinen Hund ab, bleibe am Ball, und ihr werdet bald gemeinsame Erfolge haben!

Jetzt kommen wir aber zu meinen Tipps fürs Training!

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Futter sollte nur gezielt als Belohnung eingesetzt werden.

Der Hund orientiert sich an dir, nicht umgekehrt!

Durch die Leinenlänge, die richtigen Signale setzen.

Diese einfachen Übungen verbessern die Leinenführigkeit

Zunächst soll dein Hund lernen, dass er sich an dir orientiert, und nicht umgedreht. Um diese Orientierung am Menschen zu fördern oder aufzubauen, gibt es einige Übungen, von denen ich dir gerne eine vorstellen möchte. Nicht zu empfehlen ist es nämlich, den Hund zu “steuern”, indem man ihm einfach Futter vor die Nase hält. Was bei Welpen oder Hunden, die noch überhaupt nicht geschult wurden, vielleicht noch funktionieren mag, um ihnen zu zeigen, wohin sie generell laufen sollen, bringt Hunden langfristig nicht bei, sich wie gewünscht am Menschen zu orientieren, sondern lediglich am Futter. Ab und zu ein Leckerchen zur Belohnung ist natürlich ok!

Ein guter Tipp, um deinem Hund die Orientierung an dir als seinem Menschen und so auch eine verbesserte Leinenführigkeit beizubringen, ist der Einbau von Richtungswechseln und das variieren dieser in Häufigkeit und Geschwindigkeit.

Zu Beginn der Übung starten dein Hund und du mit relativ langer Leine; wichtig ist dabei, dass du deinen Blick in Gehrichtung gewandt hältst und nicht auf deinem Hund. Wenn er ansetzt, dich zu überholen, drehst du dich, sodass er deine Bewegung gut sieht, in eine andere Richtung und signalisierst ihm mit deutlicher Körpersprache, dass ihr jetzt wo anders entlang geht.

Baue ein paar dieser Richtungswechsel in unterschiedlicher Geschwindigkeit ein- so lernt dein Hund, sich an dir zu orientieren, und nicht umgedreht. Lass dich dabei auch nicht rückwärts ausbremsen, nur weil dein Hund gerade auf diese Idee gekommen ist. Wichtig ist, dass deine Bewegungen klar und deutlich zeigen, in welche Richtung ihr gehen werdet, und dass dein Hund sieht, wohin du dich drehst. Nach einer Weile lernt er so, seine Aufmerksamkeit auf dich zu konzentrieren und reagiert besser auf Kommandos. Mit wachsendem Fortschritt kannst du die Leine verkürzen und kleinere Drehungen oder schnellere Wechsel einbauen. Geht dein Hund in die falsche Richtung, schreitest du ein, wenn er bremst, gehst du weiter, und wenn er etwas richtig macht, lobe ihn unbedingt! Das heißt natürlich nicht, dass er gar keinen Spaß haben oder zwischendurch mal etwas schnüffeln oder sein Geschäft erledigen darf; es kommt darauf an, dass du entscheidest, wo und wann er das tut.

Der zweite Tipp hängt mit dem ersten zusammen: so, wie der Hund lernen soll, sich am Menschen zu orientieren, solltest du als sein Mensch lernen, dich nicht an deinem Hund zu orientieren. Bei Spaziergängen beobachtet man immer wieder, wie Hunde gerade schnüffeln oder in eine andere Richtung ziehen, während die Besitzer ebenfalls stehen bleiben und auf den Hund schauen – sich also nach ihm ausrichten und an ihm orientieren. der Hund hat damit Erfolg und die Bestätigung bekommen, dass er den Ton angibt und entscheidet, wohin ihr geht. Achte also darauf, dass du dich nicht ausbremsen lässt und einfach weiter gehst, wenn dein Hund hinter dir bleibt und bremst. Dreh dich dabei auch nicht um, sondern schaue und gehe selbstsicher in die Richtung, die du dir vorgenommen hast. Möchte der Hund überholen, würde ich ihn schlicht nicht vorbeilassen. Hunde nehmen so etwas sehr gut und schnell wahr; alleine durch dieses konsequente Voranschreiten und gut sichtbare Körpersprache deinerseits lässt sich die Leinenfähigkeit schon deutlich verbessern.

Wie lernt mein Hund, dass ich den Ton angebe, und folgt mir?

Hat der Hund gelernt, dass er sich an seinem Menschen orientiert und nicht umgekehrt, geht es im nächsten Schritt darum, dieses Wissen zu festigen und ihm beizubringen, zu folgen. Eine gute Möglichkeit zum Training ist es hier, den Hund immer wieder im Laufen aufzuhalten oder zu stoppen, wenn er beispielsweise “überholen” möchte: Setzt er dazu an, greifst du einfach in die Leine. So forderst du die Aufmerksamkeit deines Hundes und könntest ihm beispielsweise ein Kommando oder einen Auftrag geben, zum Beispiel ein “Sitz” verlangen. Erfüllt dein Hund die Aufgabe, lobst du ihn, lässt die Leine wieder locker und gehst weiter. Wenn er wieder überholen möchte, greifst du wieder in die Leine, mal mit einem anschließenden Kommando, mal nicht.

Eine Andere Übung hierzu könnt ihr absolvieren, indem du ein Leckeren an eine bestimmte Stelle legst, die Leine lang lässt, und weiter gehst. Kommt dein Hund hinter dir her, drehst du dich herum, in seine Bewegung hinein, und bremst ihn so aus. Wenn er sich vor dir hinsetzt und wartet, lädst du ihn ein, mit dir weiter zu gehen. Dabei lässt du ihn nicht ganz auf die gleiche Höhe aufschließen, indem du dich wieder herumdrehst und ihm so ein “Stopp” signalisierst. Danach lädst du ihn wieder ein, weiter zu gehen.

Mit fortschreitendem Erfolg dieser Übungen wirst du sehen, dass dein Hund öfter zu dir schaut, eher hinter statt vor dir läuft und sich insgesamt mehr an dir orientiert. Lobe ihn dafür ruhig, und gib ihm in diesem Zusammenhang vor allem auch verbale Zeichen, dass er etwas gut gemacht hat! Ein Leckerchen zwischendurch ist auch mal ok, aber das wichtige ist, dass dein Hund so lernt, dir intrinsisch motiviert zu folgen, von sich aus und nicht für ein Leckerchen. Mit der Zeit brauchst du die Leine vielleicht gar nicht mehr großartig festhalten, weil dein Hund bei dir läuft und deiner Körpersprache folgt.

Über den Autor

Mein Name ist Daniel Joeres, ich bin 33 Jahre alt und Hunde wurden zu meiner größten Leidenschaft im Leben. Zeitlebens war ich von Wölfen und Hunden fasziniert und meine Begeisterung für das Thema wuchs mit zunehmendem Alter.

Nachdem ich mein Studium der Humanpsychologie und eine systemische Coaching Ausbildung erfolgreich abgeschlossen habe, beschäftigte ich mich intensiv mit der Interaktion zwischen Mensch und Hund unter psychologischen Gesichtspunkten. Schnell wurde mir klar, das sich diverse wissenschaftliche Kommunikationsmodelle auf die Interaktion zwischen Mensch und Hund übertragen lassen.

Daniel Joeres

Daniel Joeres
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2019-08-11T18:25:38+00:00

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